Manoli Zigarettenfabrik

Jakob Mandelbaum gründete 1894 in Berlin die Zigarettenfabrik Argos, die er 1897 in Manoli Zigarettenfabrik Argos umbenannte und schließlich 1901 in Manoli Zigarettenfabrik. Es wird vermutet, dass es sich bei dem Wort Manoli um den Spitznamen Jacob Mandelbaums gehandelt hat. (Rainer Immensack „Jacob Manoli Mandelbaum“, 2018)
Das bis 1910 benutzte Warenzeichen mit Krone und Gürtelschnall erinnert an den englischen Hosenbandorden „Order of the Garter“, zusätzlich mit den Buchstaben ANOLI und dem Buchstaben M. Dieses Warenzeichen fand vermutlich bis 1914 Verwendung. Danach benutzte man als Logo nur noch ein schlichtes „M“ umringt von einem Kreis.
Vor und während des ersten Weltkrieges musste Manoli auf Druck eines Ausschusses für „gute deutsche Werbesprache“ einige Zigarettenmarken umbenennen. So wurde z.B. aus „Gibson Girl“ „Wimpel“ und aus „Dandy“ „Dalli“.
Bis 1922 bestimmte der Grafiker Lucian Berhard die grafische Gestaltung der Manoli Produkte.
1924 übernahm Reemtsma die Aktienmehrheit der Manoli AG um sie dann 1933 vollständig zu übernehmen.*)
1930 wurde die Produktion eingestellt und die Firma 1936 liquidiert.
Um 1955 gründete eine Erbe von Jakob Mandelbaum in Frankfurt die Manoli AG Cigarettenfabrik. Mit der Übernahme des Berliner Unternehmens im Jahre 1924 hat Reemtsma vermutlich nur einige wenige Markenrechte übernommen. Die restlichen Markenrechte blieben vermutlich bei der Gründerfamilie.

Zigarettenmarken:
Abseits ab 1925
Argument ab 1915
Bessie ab 1925
Chic ab 1904 (wurde in Flott umbenannt)
Club
Dalli ab 1914 (vormals Dandy)
Dandy ab 1909 (wurde in Dalli umbenannt)
Derby
Diva
Dolman ab 1912
Extragross ab 1915
Fantomo ab 1914
Favorit ab 1914
Fifth Avenue
Filigran
Fix ab 1904
Flott ab 1914 (vormals Chic)
Fox ab 1949 von Reemtsma auf den Mark gebracht
Gibson Girl 1907-1914 (wurde in Wimpel umbenannt)
Graf Tolstoi (ab 1896)
Gudrun ab 1914
Heliotrop ab 1915
Herrenhaus
House of Lords ab 1907
Kaiser ab 1914
Klasse ab 1915
La Fleur 1907-1914
Limit ab 1910
Lord Cecil ab 1904
Mano ab 1904
Manoli Gold ab 1920
Manoli Privat ab 1922
Match Less ab 1912
Meine Kleine ab 1897
Montebello ab 1912
Optima ab 1910
Parkschloß ab 1920
Rapier ab 1914
Rot-Etikett 1920er
Rumpler-Taube nach 1910
Sobranje
The Kaiser ab 1907 (wurde 1914 in Kaiser umbenannt)
Voila ab 1904
Wimpel ab 1914 (vormals Gibson Girl)
Zoo ab 1913

Postkarte „Manoli Werbung“ 1915
Gibson Girl
Blech Kopfdeckeldose „Gibson Girl“ 1907-1910

Deckel Innenseite: „Manoli Gibson Girl“, Dosen Boden: „20 Cigarettes Gibson Girl“
Seiten: 2x „20 Cigarettes Gold Tipped“

Gibson Girl
Blechdose „Gibson Girl“ 1907-1910

Deckel Innenseite: „Gibson Girl Cigarettes Manoli“
Seiten: 2x „50 Gold Tipped Cigarettes Gibson Girl“, 2x „Gold Metal Paris 1900“

Wimpel
Blechdose „Wimpel“ nach 1914

Deckel Innenseite: „Manoli Wimpel“
Seiten: 2x „50 Zigaretten Wimpel Gold“, 2x „Manoli Wimpel“

La Fleur
Blechdose „La Fleur“ 1907-1910

Deckel Innenseite: „Manoli Cigarettes La Fleur“
Seiten: 2x „50 La Fleur Goldtipped“, 2x „Guaranteed 22 Carat Gold, Goldene Medaille Paris 1900“

Manoli Rumpler-Taube
Blechdose „Rumpler-Taube“um 1910

Deckel Innenseite: „Manoli Rumler-Taube“
Seiten: 2x „Manoli Rumpler-Taube 100 Cigaretten“
Dosen Boden: „Manoli Berlin“

Mannoli Dandy
Blechdose „Dandy“ 1909-1910

Deckel Innenseite: „Manoli Dandy Gold Tipped Cigarettes“
Dosenboden: „Manoli Logo“
Seiten: 2x „Dandy Cigarettes“, 2x „Dandy mit Logo“

Manoli Fox Cigaretten
Blechdose „Fox“ um 1949

Deckel Innenseite: „Blended Virginia Cigaretten, 48 Original Manoli Cigaretten“
Seiten: 2x „48 Fox Manoli“, 1x „Blended Virginia Cigaretten“

*)Tino Jakobs Rauch und Macht 2008, S. 65ff